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Archiv Ortsgeschichte Maur

MS Heimat
Die seit 1974 aufgebaute Sammlung der Ortsgeschichtlichen Dokumentation enthält Schriftgut und Bildmaterial zur Lokal- und Regionalgeschichte. Dazu gehören schriftliche, bildliche und anderweitige Dokumente zum öffentlichen, gesellschaftlichen und privaten Leben der Gemeinde mit den Ortsteilen Maur, Uessikon, Aesch, Binz und Ebmatingen. Es werden Zeugnisse über Gewerbe und Industrie, Brauchtum und Kultur, Vereinsakten, genealogische Unterlagen und persönliche Papiere aller Art gesammelt und aufbewahrt, welche für die Nachwelt erhaltenswürdig erscheinen. Der Schwerpunkt der Sammlung sind mehrere Tausend historische Fotografien und Ansichtskarten.

Das Untergeschoss des Kindergartens Rainstrasse 2 in Maur wurde als Archiv mit Arbeits- und Leseraum für das Archiv Ortsgeschichte Maur umgebaut. Die Sammlung wurde im Herbst 2005 eingerichtet und ist seit 2006 auf Anfrage zugänglich.

Kontakt:
info@museenmaur.ch
Tel. 044 980 26 33

CD „Gottfried Kuhn, Geschichte der Gemeinde Maur“

Pfarrer Gottfried Kuhn
Wir stellen Ihnen die CD für Forschungs- und Studienzwecke auf Anfrage zur Verfügung.

Gottfried Kuhn (1867–1941)
Pfarrer in Maur von 1892 bis 1934
Begründer der Ortsgeschichtlichen Dokumentation
verfasste 1930–1933 die grundlegende unvollendete teilweise bis 1939 nachgeführte und 1940–1942 im Typoskript vervielfältigte Geschichte der Gemeinde Maur.

Vieles haben wir ihm zu verdanken.

Gottfried Kuhn (1867–1941), Pfarrer von Maur 1892–1934: Geschichte der Gemeinde Maur. Drei Bücher in sechs Bänden, 137 Paragraphen, 1340 Seiten. Verfasst 1930–1933, ausgearbeitet und herausgegeben 1939–1941 (1. Buch bis § 81). Fortsetzung (1. Buch §§ 82–94, 2. und 3. Buch) unvollendet, herausgegeben 1942 vom Schwiegersohn Paul Heusser-Kuhn (1899–1980), Primarlehrer in Aesch 1921–1965. Unpubliziert, Typoskript vervielfältigt. Vollständige Exemplare in der Zentralbibliothek Zürich, im Staatsarchiv Zürich, in der Kläui-Bibliothek Uster, im Archiv der Museen Maur und in Privatbesitz.

Gottfried Kuhns gleichnamiger Vater, Schreiner und Posthalter, Gemeinderatsschreiber und Gemeinde-Ammann in Wallisellen, war der Sohn eines armen Bauern gewesen, daher auch die Familie an ein armes und einfaches Leben gewöhnt, wie sein erstgeborener Sohn, der nachmalige Pfarrer, in der Abschiedspredigt am 15. April 1934 der Maurmer Kirchgemeinde bekanntgab. Er bekannte zudem, wie schwer er in seiner langen Amtszeit von 42 Jahren gerungen hatte, wenigstens ganz nur Pfarrer von Maur zu sein, denn es zog ihn immer wieder zur Wissenschaft. Nach dem Abschluss des Theologiestudiums in Zürich und der Ordination zum Pfarrberuf 1892 hatte Kuhn eine Laufbahn als Universitätsprofessor ins Auge gefasst: Und so kam es dazu, dass er am gleichen Tage, am Sonntag den 27. März 1892, zwei wichtige Nachrichten bekam. Am Morgen brachte ihm die Post von der kantonalen Erziehungsdirektion die Ernennung als Privatdozent an der Universität, und am Nachmittag kam das Telegramm von Maur, dass er in Maur zum Pfarrer gewählt worden sei.

Das Dorf war damals durch tiefgründige Zerwürfnisse zwischen Kuhns Vorgänger Johann Jakob Kägi (1825–1904), Pfarrer von Maur seit 1852 einerseits, der Kirchenpflege, den Sekundarlehrern sowie dem Schmied Jakob Eggli (1825–1910), Gemeindepräsident 1856–1863 und Eigentümer der Burg seit 1858 anderseits, in zwei Lager gespalten. Dem gewissenhaften Einsatz für seine erschütterte Kirchgemeinde brachte Pfarrer Kuhn die Dozententätigkeit zum Opfer, wie man im Nekrolog lesen kann, (Neue Zürcher Zeitung, 31. Juli 1941). Was Gottfried Kuhn über die persönliche Zeit hinaushebt, ist sein wissenschaftliches
Wirken. Er publizierte historische, genealogische und volkskundliche Untersuchungen, sowie bibelexegetische Abhandlungen, wofür ihm die Universität Zürich 1933 den Ehrendoktor der Theologie verliehen hat. Die unpublizierte Geschichte der Gemeinde Maur wird als glänzende Krönung seines Gelehrtendaseins im Bewusstsein der Nachwelt bleiben.

Kein Geringerer als der Historiker Leonhard von Muralt (1900–1970), Ordinarius an der Universität Zürich und Präsident des Zwinglivereins, rühmte aus einer ihm lieben Erinnerung an den gelehrten Pfarrer seine besondere Leistung: Wer einen Blick in dieses Werk geworfen hat, darf auch heute noch dem Verfasser die Anerkennung für eine riesige, mühevolle Forschungsarbeit an den Quellen nicht versagen. Jedenfalls liegt hier ein Beispiel vor, wie auch für eine kleine Gemeinde durch systematische und gründliche Arbeit ein reiches Material gesammelt werden kann (Zwingliana 11/1.1959, Seite 49). Ohne Gottfried Kuhns Lebenswerk hätte Felix Aepplis 1979 publizierte Geschichte der Gemeinde Maur kaum geschrieben, und die Ausstellung zum Jubiläum der Kirche Maur, fünfhundert Jahre nach der Weihe des Neubaus, nicht realisiert werden können.


(Text: Dr. Bruno Weber, Ausstellung Maurmer Kirchengeschichten, Museen Maur 2011
Digitalisierung „Gottfried Kuhn, Geschichte der Gemeinde Maur“: Arthur Wettstein, Forch, Mitglied Verein Museen Maur)

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